Kalkbrennöfen
Auf dem Gebiet von Obersaxen findet man an ca. 4 Stellen Überreste von Kalkbrennöfen, so z. B. einwenig unterhalb des Mundloches des Eisenbergwerkes im Platenger Tobel und auf dem Huot. Das Kalkbrennen ist in Graubünden seit der Römerzeit nachgewiesen. Erst in den Dreissigerjahren des 20. Jahrhunderts wurde es durch die Verwendung von Zement verdrängt. Ein Kalkofen von
ca. 3 m Durchmesser und einer Höhe von ca. 3.6 m konnte nach 130 - 150 Stunden Brenndauer bis zu 25 Tonnen Weisskalk liefern. Der Kalk war dazumal für den Häuserbau unentbehrlich. Überschüsse wurden zur Verbesserung der Gemeindefinanzen bisweilen verkauft. Die ganze Arbeit erfolgte oft im Frondienst und kam damit einer indirekten Gemeindesteuer gleich. Die Tonne Weisskalk kostete im Jahre 1900 Fr. 30.-- und im Jahre 1936 Fr. 80.--, die Taglöhne und Holzpreise sind entsprechend gestiegen.
Mühle in Chlingen
Früher waren in Obersaxen viele Äcker und überall Histen zum Trocknen des Getreides zu sehen und man verfügte dazumal über 8 Mühlen, die Brot- und Futtermehl herstellten. Die einheimische Bevölkerung war weitgehendst auf Selbstversorgung eingestellt, dies besonders noch während des Zweiten Weltkrieges. Heute wird noch die Mühle von Chlingen bedient. Bis 1945 wurde sie direkt mit Wasserkraft vom Petersbach angetrieben. Seither läuft sie mit elektrischem Strom. Allerdings wird kein Brotmehl mehr hergestellt. Die umliegenden Bauern bringen im Herbst Gerste, Roggen und gelegentlich Weizen zur Herstellung von eigenem Futtermittel.


