Jahrhundertalte Bergwerke - Die ersten «Gäste» kamen aus dem Tirol
Auf dem Gemeindegebiet von Obersaxen wurde schon im Mittelalter in der Cava Metta (Mattengrube) unterhalb Affeier nach Fahlerz (Kupfer mit Silbergehalt) gegraben. Bis zur endgültigen Aufgabe des Bergwerks im Jahr 1813 arbeiteten bis zu 140 meist tirolische Gastarbeiter in Obersaxen. Der enge Zugang in das mehrstöckige Stollensystem am äusseren Felsband der Obersaxer Terrasse ist nur mit einer Leiter und Seilsicherung möglich. (Achtung, ein Einstieg in die Mine ist mit grosser Gefahr verbunden!) Auf dem Wanderweg von Meierhof hinunter zur Talsohle in Rueun sieht man im oberen Teil des mächtigen Verucano-Felsen mehrere Öffnungen, aus denen das metallhaltige Gestein in die Tiefe geschüttet wurde. Auf schlechten Fahrwegen musste das schwere Erz zur Verhüttung bis nach Trun oder Felsberg transportiert werden. Die magere Ausbeute, der beschwerliche Weg zu den Brennöfen und die zunehmende Konkurrenz von profitableren Fördergebieten bereiteten dem kleinen Bergwerkunternehmen ein rasches Ende.
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Unterhalb der Strasse von Misanenga-Surcuolm findet man im Platenga-Tobel das mit Gittern verschlossene Mundloch des vor gut 130 Jahren stillgelegten Eisenbergwerks Platenga. Verschiedenen Quellen zufolge soll hier bereits zwischen 1806 und 1813 Eisenerz zutage gefördert worden sein. Ein weiterer Versuch, das Bergwerk Platenga wirtschaftlich zu betreiben, erfolgte im Jahr 1818 unter der Mitwirkung einer Bregenzer Bergbaugesellschaft. 1826 gingen die Abbaurechte an ein französisches Unternehmen über. Ein allerletzter Anlauf zur Gewinnung des begehrten Werkmetalls Eisen scheiterte im Jahre 1870. Bei Rueun gibt es ebenfalls zwei Stollen auf der rechten Talseite nach der Holzbrücke. Das Erz von Platenga gelangte über Flond auf einer Holzrutsche hierher. Angeblich flösste man das Erz auf dem Rhein zur Schmelze nach Reichenau. Es gab aber auch Zeiten, als das Erzgestein via St. Martin auf dem alten Erzweg nach Trun zum Hüttenwerk transportiert wurde.




